Liebe Kolleginnen und Kollegen,
selbst in Fachpublikationen herrscht eine verwirrende Vielfalt der Verwendung des Begriffs Dissoziation. Dissoziationen als veränderte Bewusstseinszustände gibt es als Alltagsphänomen, als Symptom von psychischen Erkrankungen und im Rahmen komplexer Störungen der Identität mit vielfältigen Ausprägungsformen.
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Sie sind Zeichen unserer Fähigkeit zur Vielheit, überlebensnotwendige Reaktion in traumatischen Situationen und – als Krankheitsbild - für PatientInnen wie BehandlerInnen gleichermaßen verstörende und herausfordernde Zustände, bei denen schwere, traumatisierende Erfahrungen in der Kindheit eine wesentliche Rolle spielen.
Erst in jüngerer Zeit werden verbindliche Diagnose- und Behandlungstechniken erarbeitet, und die wissenschaftliche Entwicklung in diesem Bereich ist im Fluss.
Wir möchten HelferInnen und BehandlerInnen aus sozialen Einrichtungen, Kliniken, medizinischen und psychotherapeutischen Praxen einladen, sich über den Wissensstand zum Thema zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Anregungen für den beruflichen Alltag mitzunehmen. |
Dabei sehen wir das Thema eingebettet in beschleunigte Wandlungsprozesse der Gesellschaft. „Mit sich selbst im Einklang sein“, als Person mit Körper, Geist und Seele – das wird immer schwieriger, gelten doch sowohl im Privatleben als auch in beruflichen Feldern Flexibilität, Veränderung und Selbstoptimierung als Ideale, in denen – neben den vielen Möglichkeiten von Sinnfindung und Selbstverwirklichung- auch die Tendenz zu Überforderungsgefühlen, Selbstentfremdung, Selbstwert- und Identitätskrisen angelegt ist.
Diese werden uns künftig vor grundlegende kulturelle, wissenschaftliche und therapeutische Aufgaben stellen, denen wir uns am besten aus verschiedenen Perspektiven, mit integrierenden Sichtweisen und schulenübergreifend stellen.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Diana Drexler, Ulrike Reddemann und Daniela Spring
Vortagungs - Workshops mit Kathy Steele:
Wir freuen uns sehr, dass wir Kathy Steele für die Tagung und für zwei Workshops vor der Tagung gewinnen konnten. Sie kommt aus Atlanta, Georgia und arbeitet dort als Klinische Direktorin der Städtischen Beratungsdienste, einem gemeinnützigen Therapie- und Trainingszentrum, und in eigener psychotherapeutischer Praxis.
Frau Steele war Präsidentin der Internationalen Gesellschaft zum Studium von Trauma und Dissoziation und hat zahlreiche internationale Auszeichnungen für ihre Tätigkeit erhalten, u.a. den Alumnia Preis der Emory Universität 2006. Sie ist Mitglied in internationalen Arbeitsgruppen sowie (Co-)Autorin zahlreicher Veröffentlichungen auf dem Gebiet von Trauma und Dissoziation.
15.09.2010 (11.00-19.00 Uhr)
Attachment Issues in the Treatment of Individuals with Dissociative Disorders
Bindungsprobleme in der Behandlung von Menschen mit dissoziativen Störungen
(Englisch mit deutscher Übersetzung) - mehr Informationen >>>
16.09.2010 (9.00-12.30 Uhr)
From MindFlight to MindSight: Overcoming the Phobia of Inner Experience in Dissociation
Vom Leugnen zum Hinschauen: Die Angst vor inneren Erfahrungen bei Dissoziation überwinden
(Englisch mit deutscher Übersetzung) - mehr Informationen >>>
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